Sonntag, 16. Januar 2011

Sonntagsgrüße aus dem Lädchen

Der Sonntag sollte sich zukünftig nicht zu einem repräsentativen Arbeitstag etablieren aber diverse zusammentreffende Details führten heute dazu, daß ich meinen ersten Tag mit Nähen etwas Rumräumerei und einem Hörbuch lauschend im Lädchen verbrachte.


Lädchen


Es war grandios auch wenn Inventar und Ausstattung noch sehr halbherzig daherkommen.
Nachdem mich die Nachbarn mit "Was machen Sie da eigentlich...Meitai...was????"- Fragen überschüttet haben, steht nun die Puppe im Fenster, es gibt eine Macchina, einen Haufen Obst und einen Korb Spielzeug für Systemverweigerer.


Kinderbeschäftigung fürs Lädchen


Das Phantastische an den neuen Möglichkeiten ist die Freiheit mich nun während des Nähens in aller Ruhe durch alle auf dem hiesigen Markt verfügbaren Hörbucher zu hören die schon so lange auf meiner Liste stehen. Beim renovieren habe ich mich schon durch die Sekundärliteratur zu "Schillers Enstehung des deutschen Individualismus " tragen lassen, heute folgte Randy Pauschs "Last lecture".

Unweigerlich mußte ich dabei an eine lang zurückliegende Zeit denken die in meinen Erinnerungen sehr positiv verankert ist:

Mit ca. 19 (Sturm, Drang und Punkphase...) arbeitet ich in einem Frankfurter UFAKinokomplex am Eschenheimer Turm.
Als Platzanweiserin hatte ich die Aufgabe ca. alle 1,5 Stunden nacheinander in den vorhandenen 8 Kinosälen das Licht zu löschen, den Film zu starten um mich dann auf den (nach der Werbepause folgenden) Eisverkauf vorzubereiten. Ich lief also immer mit meinem Handkörbchen voller bescheuerter Eiskonfektsorten durch die Säle und versuchte meine überteuerten Eispralinen loszuwerden.

(Der Vorteil des Eiskonfektverkaufes in schummrigen Kinosälen war die Möglichkeit sich im Vorfeld zu bedienen. "Happy cherry irgendwas.." oder so ähnlich hieß meine damalige Lieblingssorte und ich stibitzte aus ca. jeder 3ten Packung das achte Stück. Ist niiiie aufgeflogen.)

Der Eisverkauf mutierte zum höchst kreativen Akt, den ich jedesmal anders gestaltete und mit Recht im Frankfurter Nachtleben das Image der coolsten Eisverkäuferin verliehen bekam.

Das wirklich Phantastische an diesem Job war jedoch die viele freie Zeit zwischen Filmbeginn und Filmende.
Denn so konnte ich dabei ungestört meinen beiden liebsten Hobbys während der Arbeitszeit nachgehen:

Lesen/schreiben und mich mit ungarischen Filmvorführern betrinken.

Ersteres war ausschlaggebend für die vorübergehende Jobwahl und auch wenn ich jetzt statt Selbstgebranntem oder Äbbelwoi lieber Yogitee trinke so hat mich das lange und ungestörte Hören von der "Last lecture" doch genau an diese Zeit erinnert und es fühlte sich wunderbar an.


Lädchen

Freitag, 14. Januar 2011

Eighteen....

Wenn das älteste Kind 18 wird fühlt man sich sehr..sehr ...sehr alt. Vorübergehend zumindest. Schnell greift die Logik das Gefühl im Genick und die Relationen werden wieder hergestellt. Wenn der Kleinste mal 18 wird.....ja dann werde ich alt sein, oder positiv formuliert: Reif!


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Es gab keinen Führerschein zum Geburtstag, keinen Golf, keine Reise, sondern einfach nur ein Renovierungsgutschein und eine längst vergessene Alukiste voller Kunstsachen die schon lange in der hintersten Kellerecke vor sich hinvegetiert. Mit uralten Kreiden, Pigmenten, der alten Ziehfeder aus dem zu kurz geratenen Studium, Öltuben und einer großen Portion Vergangenheit die ich damit weitergeben (und loswerden) konnte.

Leolo hat aus den Geburtstagskerzen Schwimmkerzen gebastelt und die Stimmung war eine beschauliche wie es dem Anlaß gebührt.

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Sonntag, 9. Januar 2011

Sonntagsgrüße aus dem Lädchen



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Während der Mann im Schweiße seines Angesichts die Farbrolle geschwungen hat, habe ich anstandsmäßig jede Menge Kaffee gekocht und noch mehr Salamibaguette verschlungen. Früher war ich da ambitionierter.
Ich erinnere mich, daß ich in meiner ersten Wohnung zwischen Schutt und Asche, Mörtel und einem Kasettenrecorder in dem ich über die Renovierungsmonate unablässig eine (und NUR die Eine!) Kasette hin und her gedreht habe, durchgehend voller Enthusiasmus bei der Sache war.

(Auf der einen Seite war Sting (oder war es noch Police*grübel*) und auf der anderen Men at Work. Ich kann heute noch jedes Lied im Kopf nachdudeln!)

Also heute haben wir (also der Mann in Tat und ich mental unterstützend) das Lädchen schön geweißt und durch das gekippte Fenster Beziehungsreibereien verfolgt.


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Jetzt muß ich noch rausbekommen wie ich die fehlende Ecke im Eingangsbereich Feng Shui- mäßig ausgleichen kann. Da ich kein Kristallfreund bin und auch schlecht den Eingang mit einem Spiegel versehen, geschweige denn die Ecke von außen/ UNTEN beleuchten möchte (so gut KANN ich mich gar nicht versichern) suche ich noch einen andere Lösung. Feng Shui- Experten dürfen gerne ausgiebig kommentieren!

Morgen wird wieder der Rührlöffel geschwungen. Der am Samstag 18 Jahre alt gewordene älteste Sohn kehrt aus Paris zurück und die Backstube wird angeworfen. Zum 18ten darf das Törtchen gerne etwas größer sein. Himmel bin ich aufgeregt. 18 zu werden klingt in meinen Ohren nach Befreiung und einem neuen Lebensabschnitt, andererseits ist mir aufgefallen, daß ich nicht EINE Erinnerung an meinen eigenen 18ten Geburtstag habe..... was daran liegen könnte, daß der Unterschied im Grad der eigenen Befreiung wohl nicht so gigantisch war*grübel*

Donnerstag, 6. Januar 2011

Regenwetter....

Man weiß ja schon fast nicht mehr wie das geht...Regen. Aber da isser wieder und inmitten von rutschigem Schneematsch und Dauerniesel von oben haben wir heute morgen die letzten Reste vom Vormieter aus dem Lädchen entfernt.
Mir geht alles viel zu langsam, ich bin nicht so der Renoviertyp. Während meine beste Freundin ihrer Wohnung im 2/4Takt neue Farben verpaßt nehme ich mir seit 2 Jahren zwar VOR, den Allzweckraum zu streichen, ich tu es aber nicht.

Kürzlich meinte ich zu meinem Liebsten, daß sich ja wenigstens EINER von uns einen dynamischeren Partner hätte suchen können, damit auch mal was in Gang kommt...unsere Wochenenden sehen nämlich in etwa SO aus:

" Noch'n Kaffee?"
"Och...da sag ich nicht nein!"

Pause

"Och noch'n Käffchen?"
"Kaffee? Ach Kaffee geht immer.....gerne!"

Naja so oder so ähnlich aber bald kommt hier Schwung in die Bude ich habe nämlich hier zwei lustige Heftchen bestellt das sind quasi unsere Projekte für die nächsten Wochen (ich im Lädchen...der Mann macht mit den Jungs den Strom. Für die Quetsche bin ich dann wohl wieder verantwortlich...)


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Wir haben im Keller sogar den OriginalDDR- Dynamo mit Millionen von Umdrehungen gefunden und Zweitjüngste ist eifrig am planen:

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Nebenher macht er Schriftzeichen mit Gänsekiel und Skriptol. Wobei ich Zweiteres hasse wie die Pest damit habe ich damals den hellen Velourteppich meiner Kunstschule derart versaut, daß ich die Bilder auf meine Dielen übertrage und immer hibbelig und überhilfsbereit durch die Küche hüpfe.

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Dienstag, 4. Januar 2011

Verspätet...

Ich habe hier eine im letzten Jahr stark gewachsene Tendenz zu verzeichnen die sich auch noch erfolgreich bis ins Jahr 2011 geschummelt hat:

Nicht fertig werden mit dem was ich mir vorgenommen habe !


Geplant war ein schön gemaltes 2011 was in die vorher angekündigte Belichtungszeit passen sollte. Da wir nur EINE Wunderkerze zur Verfügung hatten sollte das auch funktionieren. Hat es aber nicht. Fluchs habe ich mir 2 Wunderkerzen von der Nachbarin geliehen um den Vorgang zu wiederholen. Was Quatsch wäre. Denn das Bild zeigt genau das, was im letzten Jahr das temporäre " Grundproblem" war was ich (die Vorsatzverächterin) im Kommenden gerne ändern würde.

Fertig werden! oder auch besser planen oder auch nicht zuviel vornehmen oder auch Strukturelle Prozessoptimierung oder auch nicht alles mitnehmen was auf dem Weg liegt oder auch Zielfokussierung ........ Selektion ...was auch immer.

Ich bin umgeben von halbfertigen Objekten. Von einigen möchte ich mich trennen, andere möchte ich professionalisieren. Daß ich immer mehr möchte als ich schaffen kann ist mir bekannt. Ich muß es mir nur merken denn oft vergesse ich es und binde mir noch 10 neue Interessen ans Bein.

Gestern habe ich den Schlüssen für "mein Lädchen" abgeholt. Ich habe also ab heute einen neuen Space. MEINEN! Er ist klein aber sehr fein und ich wünsche mir sehr, daß ich abseits von Kinderspielzeug, Hundehaaren und dreckigem Geschirr meinen Fokus auf MEIN Leben richten kann. Ich werde morgens "mein Lädchen" aufschließen mir einen SEHR heißen Espresso kochen und MEIN Leben neu zusammensetzen.

Ich bin sehr! gespannt.

In diesem Sinne ein gut durchstrukturiertes und erfolgreiches 2011 !



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